Patrick Nederkoorn

Er hatte seinen Auftritt am letzten Abend der Lüdenscheider Kleinkunsttage 2026 und holte sich von dort den ersten Platz: Patrick Nederkoorn erhielt bei der durchschnittlichen Bewertung durch das Publikum die Traumnote von 1,17 für sein Programm „Der fliehende Holländer“.
Und das, obwohl sein Auftritt mit einer zehnminütigen Verspätung begann und er das Publikum mit der Frage „Was ist nur aus der deutschen Pünktlichkeit geworden?” begrüßte.
Das Verhältnis der Holländer zu den Deutschen und umgekehrt war auch gleich eines seiner Themen und hatte besondere familiäre Hintergründe: Seine Eltern hatten ausgerechnet an dem Tag geheiratet, als die Niederlande im Fußball-WM-Finale 1972 in München 2:1 gegen Deutschland verlor. Jahrelang war für Nederkoorns Vater danach Deutschland nur eine schnell zu durchfahrende Transitstrecke in südliche Urlaubsländer. Patrick selbst fand aber im Laufe der Jahre seinen eigenen Blick auf Deutschland und nutzt sein Programm für die Aussage: „Wir müssen einander kennenlernen, und dann dürfen wir übereinander lachen.“
Und dieses Lachen zu erzeugen, das gelang ihm vorzüglich nahezu im Sekundentakt. Denn mit viel sympathischem Augenzwinkern, überraschendem Wortwitz und spitzer Beobachtungsgabe schickte er seine völkerverbindenden Botschaften von der Bühne. Das führte sogar so weit, dass er das Publikum dazu brachte, einen Eheantrag der Niederlande anzunehmen und sich mit ihr symbolisch zu verheiraten. Auch musikalisch konnte Nederkoorn vollendet überzeugen – mit humorigen und auch sehr fein- und tiefsinnigen Liedern, die das Publikum berührten. Am Flügel wurde er dabei von Guido van de Meent begleitet. Nederkoorn wob ihn immer wieder auf witzige Weise mit ins Programm ein und gab ihm den Raum, seinen selbstkomponierten Chanson „Ensemble“ vorzutragen.
Patrick Nederkoorn selbst sang zum Abschluss ein Liebeslied auf Deutsch und Niederländisch und rundete damit diesen sehr gelungenen Abend ab. In der Kulturhaus-Reihe „Bistro K“ wird er bei einem erneuten Auftritt in Lüdenscheid den von der Sparkasse an Volme und Ruhr gestiftete Kleinkunstpreis entgegennehmen – in Form der Lüsterklemmen-Trophäe, einer Urkunde und des Preisgeldes in Höhe von 1.500 €.
